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Review: FREERIDE FILMFESTIVAL Tourstop DARMSTADT 2017

Auch in diesem Jahr machte die FREERiDE FiLMFESTiVAL Tour in Darmstadt halt, um der Rhein-Main-Freeride-Community die eindrucksvollsten Kurzfilme des Jahres zu präsentieren. Dabei war unsere Location, das Boulderhaus Darmstadt, ein weiteres Highlight des Abends. Die alte Industriehalle bot genügend Platz für einen selbstkonzipierten Kinobereich mit großer Leinwand, professioneller Video- und Soundtechnik und über 250 ausverkauften Sitzplätzen. Neben den Infoständen des FREERiDE FiLMFESTiVALS, Ünique Skis und Pret Helmets luden wir am GOSKIING Stand zur einer Runde Baumstamm Nageln ein.

Aber beginnen wir ganz vorne: Am 02.11. startete das FREERiDE FiLMFESTiVAL in der österreichischen
Wintersporthochburg Innsbruck. Im Nightliner Tourbus ging es für die Athleten, Sponsoren und Helfer
weiter nach Luzern, Zürich und München. Am 6.11. rollten sie dann früh morgens bei uns in Darmstadt
vor. Raus aus den Federn, ging es für die Sportler in die Laufschuhe, um die Universitätsstadt im
lockeren Tempolauf zu erkunden. Zurück an der Location, lud das Boulderhaus zu einer Bouldersession
ein. Während in der Halle die Aufbauarbeiten für die Vorstellung am Abend begannen, machten sich
die Athleten zum wohlverdienten Mittagessen erneut auf den Weg in die Darmstädter Innenstadt.



Die diesjährige Filmauswahl war eine ganz besondere. Es wurden nicht nur verschiedene Filmgenres bedient, sondern auch verschiedene Perspektiven rund ums Freeriden aufgezeigt. So stand nicht nur die sportliche Leistung der Athleten im Vordergrund, sondern auch die vielen Aspekte, die damit einhergehen.

Auf der Suche nach weißem Gold machten sich Johannes Hoffmann, Mitch Tölderer, Fabian Lentsch und Michael Trojer, begleitet von WHITEROOM Productions, auf den Weg nach Kyrgystan. Der entstandene Kurzfilm Searching for Gold zeigt das einzigartige Abendteuer der Freerider im Ak-Shirak Gebirge, wo sie auf eine Goldmine auf über 4.000 Höhenmetern und auf unberührte Gipfel und Hänge treffen. Im Film wird deutlich, dass nicht das Freeriden allein eine Reise zum Abenteuer macht, sondern Spontanität, Neues und Unbekanntes und die Leute mit denen man das Erlebnis teilt, von besonderer Bedeutung sind.

Lorraine Hubers Film Struktur – eine Skispur in der Kulturlandschaft regt zum Nachdenken an. Der schwarz-weiß Film von Regisseur Hanno Mackowitz handelt nicht vom Fahrkönnen der Freeride-Weltmeisterin, sondern vom Mythos der unberührten Natur und von den Strukturen die wir Menschen für den Wintersport schaffen und durch den Wintersport hinterlassen. Individualismus und der Wunsch aus den selbsterschaffenen Strukturen auszubrechen macht Skitouren und die Möglichkeit, seine eigene Spur zu gehen, interessant.
Geprägt von einem Absturz vor sechs Jahren stellte sich der aus dem Zillertal stammende Athlet Roman Rohrmoser einer ganz besonderen Herausforderung. Er bezwang die Canalone Neri („die schwarze Schlucht“ an der Cima Tosa in der Brenta-Gruppe der Dolomiten. Die durchgehend steile Schlucht erstreckt sich über 900 Höhenmeter und verzeiht besonders im ersten Drittel keine Fehler. Der Film Stairway to Heaven beschreibt neben der extremen sportlichen Leistung auch die persönliche Stärke und den Mut Rohrmosers. Die Bewältigung der Abfahrt war ein entscheidender Schritt zurück zu seiner Leidenschaft.

Auch den Snowboard Fans wurde in diesem Jahr mit dem Film Life of Glide von Snowboard-Pionier Jeremy Jones einiges geboten. Basierend auf einem seiner Gedichte, zeigt der Kurzfilm die Inspirationen und Surf-Einflüsse von Jones und beschreibt seine Leidenschaft in einem Gefühl, das er selbst „the Glide“ nennt.

Der Freerider Johan Jonsson lebt in Engelberg in der Schweiz. Nach Jahren vielen Skiabenteuern auf atemberaubenden Gipfeln in der ganzen Welt fragte sich der gebürtige Schwede, worauf es ihm beim Skifahren eigentlich wirklich ankommt und warum es immer höher, krasser und besser sein musste. Der Kurzfilm NEAR zeigt ihn im letzten Winter, in seiner Heimat Engelberg, wo er eine seiner besten Saisons erlebte – ganz ohne weites Reisen.

Mit dem neuen Kurzfilm YAMAS – Snowmads in Greece geht der Roadtrip im alten Feuerwehrtruck weiter. Im Januar 2017 bricht die Crew rund um Fabian Lentsch und Roman Rohrmoser für zwei Monate auf nach Griechenland – mit an Bord, der Filmemacher Marco Freudenreich. Während in den Alpen der Schnee auf sich warten lässt, werden Griechenlands Gipfel zum Powder-Paradies. Zu acht touren die Jungs durch das mediterrane Griechenland und erleben ein Winterabenteuer der besonderen Art – morgens shredden, nachmittags im Mittelmeer Wellenreiten.

Über Leistungsdruck, Erfolge und die Liebe zu den Bergen handelt der Film Evolution of Dreams. Dieser wird 2018 in Vollendung erscheinen. Wir haben durch den siebenminütigen Teaser Evolution of Dreams – The Beginning einen ersten Einblick erhalten. Erzählt werden die Geschichten der Freeriderinnen Eva Walkner und Jackie Paaso und welchen Herausforderungen sie sich bei einer Reise in unbekanntes Gelände, fernab von Wettkämpfen und Leistungsdruck, stellten.